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Antidiabetika

Veröffentlicht am: 30.11.22

Steigende Prävalenz des Diabetes mellitus führt zu Mehrverbrauch

Die geschätzte Zahl an Diabetikern ist gestiegen. Sie lag im Jahr 2021 in Deutschland zwischen 10 und 11 Prozent der Erwachsenen. 2009 waren es noch rund 8 Prozent.

Created with Highcharts 4.1.4Chart context menuDownloadPrävalenz (%)Geschätzte Entwicklung der Diabetes-Prävalenz in DeutschlandSchätzung 1: Basis RKI, AOK Hessen, ZI*Schätzung 2: Basis RKI und ZI*2009201020112012201320142015201620172018201920202021789101112
IGES Berechnungen nach Heidemann & Scheidt-Nave 2017 und Scheidt-Nave & Icks, 2019

Das Verbrauchswachstum bei den Antidiabetika entwickelt sich nahezu parallel zur Prävalenzentwicklung. Das zeigt, dass der erhöhte Verbrauch durch den erhöhten Bedarf bedingt ist.

Created with Highcharts 4.1.4Chart context menuDownloadPrävalenz- bzw. Verbrauchsanstieg bezogen auf 2011Anstieg von der Diabetes-Prävalenz bzw. Verbrauch von Antidiabetika bezogen auf das Jahr 2011Wachstum Verbrauch A10Prävalenz Schätzung 1Prävalenz Schätzung 2201120122013201420152016201720182019202020210.951.001.051.101.151.201.251.30
IGES Berechnungen nach Heidemann & Scheidt-Nave 2017 und Scheidt-Nave & Icks, 2019 sowie NVI-Daten (Insight Health))

Insulinverbrauch sinkt, Verbrauch an Nicht-Insulinen wächst

Der Verbrauch an Antidiabetika insgesamt stieg zwischen 2012 und 2021 um 15,5 Prozent. Ursächlich dafür ist ein deutlicher Verbrauchsanstieg der neuen, innovativen Nicht-Insuline, während der Insulinverbrauch hingegen zurückging.

Created with Highcharts 4.1.4Chart context menuDownloadVerbrauch in Mio. DDDVerbrauchsentwicklung der Antidiabetika insgesamt (in DDD) 201120122013201420152016201720182019202020210100020003000
IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)
Created with Highcharts 4.1.4Chart context menuDownloadVerbrauch in Mio. DDDVerbrauchsentwicklung von Insulinen und Nicht-Insulinen (in DDD)InsulineNicht-Insulin-Antidiabetika201120122013201420152016201720182019202020210500100015002000
IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)

Innovationen führen zu Paradigmenwechsel in der Therapie des Typ-2-Diabetes

Der Verbrauch neuer Arzneimittelgruppen zur Behandlung des Typ-2-Diabetes stieg in den vergangenen Jahren besonders stark. Es handelt sich dabei um Wirkstoffe, die wegen fehlender Hypoglykämie-Gefahr (Gefahr von Unterzuckerungen) einfacher und sicherer anzuwenden sind. So hat sich der Verbrauch der neuen Arzneimittelgruppen - SGLT2-Inhibitoren (Gliflozine) und GLP-1-Agonisten (Glutide) - zwischen 2012 und 2021 verfünffacht.
Der einstige Therapiestandard mit Sulfonylharnstoffen ging hingegen massiv zurück.

Aber auch die zusätzliche kardioprotektive Wirkung der Gliflozine führt zu einem vermehrten Einsatz dieser Wirkstoffgruppe. Zudem soll mit einer Insulintherapie so spät wie möglich begonnen werden.

Neuere medizinische Leitlinien bestätigen die sich etablierende Behandlungspraxis.

Created with Highcharts 4.1.4Chart context menuDownloadVerbrauch in Mio. DDDVerbrauchsentwicklung verschiedener Nicht-Insuline zur Behandlung des Diabetes mellitus im ZeitverlaufÜbrigeSulfonylharnstoffderivateGLP1-Rezeptor-AgonistenDPP-IV-InhibitorenSGLT2-InhibitorenKombinationenBiguanide201120122013201420152016201720182019202020210500100015002000
IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)

Bei den Insulinen verdoppelt sich der Verbrauch der langwirkenden Insulinen (Basalinsuline).

Created with Highcharts 4.1.4Chart context menuDownloadVerbrauch in Mio. DDDVerbrauchsentwicklung verschiedener Insuline zur Behandlung des Diabetes mellitus im ZeitverlaufInsuline, Analoga schnell plus intermediärInsuline, Analoga intermediär wirkendInsuline, Analoga lang wirkendInsuline, Analoga, schnell wirkend2011201220132014201520162017201820192020202105001000
IGES-Berechnungen nach NVI (INSIGHT Health)

Fazit zu den Entwicklungen bei den Antidiabetika

  • Verbrauchszunahme korreliert stark mit Zunahme der Prävalenz des Diabetes mellitus.
  • Die beträchtliche Zunahme neuerer oraler Antidiabetika erklärt sich mit dem medizinischen Bedarf nach
    • einfacher anwendbaren und sicheren Therapiemöglichkeiten (Wirkstoffe mit geringerem oder fehlendem Hypoglykämie-Risiko)
    • neuen Behandlungsmöglichkeiten weiterer Risikofaktoren bei Diabetes mellitus (Diabetiker mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko)
    • Vermeidung oder Hinauszögern einer Insulintherapie.
  • Gestiegene und veränderte Verbräuche einzelner Wirkstoffgruppen entsprechen den Empfehlungen neuerer medizinischer Leitlinien.