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Verbrauch C02–C09 Mittel bei Hypertonie

Veröffentlicht am: 02.04.25

Created with Highcharts 4.1.4Chart context menuDownloadDefinierte Tagesdosen (Mio. DDD)Angaben zum Verbrauch für Bluthochdrucktherapie19961997199819992000200120022003200420052006200720082009201020112012201320142015201620172018201920202021202220230500010.00015.00020.000
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health), ab 2011 inkl. Zubereitungen
Teil-IndikationsgruppeVerbrauch in Mio. DDD
20132014201520162017201820192020202120222023
Antihypertensiva8.097,98.392,68.599,28.809,08.957,59.196,09.624,59.970,610.114,610.366,410.411,9
Pulmonale Hypertonie2.047,22.088,62.111,12.157,22.194,42.239,52.351,72.472,52.519,22.580,82.596,3
Diuretika2.262,22.267,02.232,92.205,62.168,32.128,82.095,02.093,02.041,62.025,01.952,0
Betablocker1.892,51.906,81.879,41.866,21.837,01.820,21.829,51.860,01.823,71.820,41.769,8
Calciumkanalblocker339,6345,4346,7346,5345,7345,0354,1364,6368,8373,1368,0
Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensinsystem3,54,14,54,95,25,45,65,96,16,46,9
Mittel bei Hypertonie gesamt14.643,015.004,415.173,915.389,215.508,015.734,916.260,516.766,616.873,917.172,017.104,8

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Im Jahr 2023 wurden rein rechnerisch jedem Versicherten der GKV 232 DDD von Arzneimitteln aus der Indikationsgruppe der Mittel zur Behandlung der Hypertonie verordnet. Diese Arzneimittel sind damit die am häufigsten verordneten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Verbrauch je Versicherten um 3 DDD, also rund 1 % vermindert. Bezogen auf die Teil-Indikationsgruppen verbrauchte jeder Versicherte 2023 im Mittel 141 DDD eines Mittels mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System (ACE-Hemmer/AT-II-Antagonisten), 35 DDD eines Calciumkanalblockers, 27 DDD eines Betablockers, 24 DDD eines Diuretikums und rund 5 DDD eines Antihypertensivums (inkl. Mittel gegen pulmonale Hypertonie).

Der Verbrauch in der gesamten Indikationsgruppe stieg seit 1996 von rund 5,5 Mrd. DDD auf rund 17,1 Mrd. DDD im Jahr 2024 und war damit 3-fach höher als zu Beginn der betrachteten Zeitreihe. Ab dem Jahr 2001 gab es ein relativ stetiges Wachstum, das in den Jahren 2005–2008 mit rund 900 Mio. DDD pro Jahr besonders kräftig ausfiel. Ab dem Jahr 2009 hatte sich der Verbrauchszuwachs deutlich abgeschwächt. 2019 und 2020 war es mit einem Zuwachs von jeweils rund 500 Mio. DDD erstmals wieder deutlich höher als in den Vorjahren. Bis 2017 ließ sich die Verbrauchsentwicklung dahingehend interpretieren, dass es nahezu zu einem Sättigungseffekt gekommen war. Seit 2018 hat sich die Verbrauchsentwicklung jedoch wieder beschleunigt, 2022 mit 1,8 % stärker als 2021 mit 0,6%. 2023 ging der Verbrauch erstmals seit 2004 leicht zurück (um 0,4 %).

Bezogen auf die einzelnen Teil-Indikationsgruppen waren die höchsten Wachstumsraten mit 8,0 bzw. 0,6 % für die Mittel bei pulmonaler Hypertonie sowie die Calciumkanalblocker festzustellen. Der Verbrauch von Betablockern und Diuretika ging um 3,6 bzw. 2,8 % zurück.

Bezogen auf den Verbrauch ist die Teil-Indikationsgruppe der ACE-Hemmer und AT-II-Antagonisten die größte unter den Mitteln bei Hypertonie. 2023 lag ihr Anteil bei 61 %. Es folgten Calciumkanalblocker (15 %), Betablocker (11 %) und Diuretika (10 %). Am geringsten war mit nur 0,04 % der Anteil der Mittel bei pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH), was der relativen Seltenheit dieser Erkrankung entspricht.

In den letzten zehn Jahren war die Verbrauchsentwicklung in den Teil-Indikationsgruppen sehr unterschiedlich. Die auffälligste Entwicklung zeigten die ACE-Hemmer und AT-II-Antagonisten, deren Verbrauch 2023 mehr als 10,4 Mrd. DDD erreichte und damit 1,3-fach höher lag als 2013. Hier war bis 2017 eine kontinuierliche Abschwächung des Wachstums erkennbar, danach war zwischenzeitlich eine Beschleunigung zu beobachten, doch 2023 war mir 0,4 % die niedrigste Wachstumsrate seit 2013 festzustellen. Der Beginn des wieder zunehmenden Wachstums fiel zusammen mit der Publikation aktualisierter Empfehlungen zur Behandlung der Hypertonie (Williams et al. 2018): Im Vergleich zu früheren Empfehlungen wurden teilweise die Zielwerte für den Blutdruck gesenkt. Zudem wird generell empfohlen, die Therapie mit einer Kombination aus zwei Wirkstoffen zu beginnen.

Der Verbrauch von Calciumkanalblockern stieg seit 2013 um rund 27 % und lag 2022 bei rund 2,6 Mrd. DDD. Hier war das Wachstum von 2013 bis 2022 mit jährlich rund 2% – 2019 und 2020 6 % – stetig. Auch für diese Arzneimittel wurde 2023 mit 0,6 % die niedrigste Wachstumsrate seit 2023 beobachtet.

Der Verbrauch von Betablockern lag 2022 bei knapp 2 Mrd. DDD und damit 4 % niedriger als im Vorjahr. In dieser Teil-Indikationsgruppe geht seit 2015 der Verbrauchs kontinuierlich zurück.

Für die Diuretika wurde 2023 ein Verbrauch von knapp 1,8 Mrd. DDD erreicht. Seit 2012 zeigt auch der Verbrauch dieser Wirkstoffe eine rückläufige Entwicklung und dieser Trend setzt sich weiter fort.

Am dynamischsten präsentierte sich die Entwicklung bei den Mitteln gegen die PAH. Hier stieg der Verbrauch seit 2013 von 3,5 auf 6,9 Mio. DDD an. Für den Verbrauchsanstieg sind vermutlich mehrere Ursachen zu nennen: Ein Anstieg der Häufigkeit von PAH, eine breitere Definition hinsichtlich der arteriellen Druckwerte sowie häufigerer Einsatz von Kombinationstherapien (Humbert et al. 2022, Raposo et al. 2024).

Literatur

  • GHumbert M et al. (2022) 2022 ESC/ERS Guidelines for the diagnosis and treatment of pulmonary hypertension. Eur Heart J. 43(38): 3618-3731
  • Raposo MA et al. (2024) Pulmonary arterial hypertension: Navigating the pathways of progress in diagnosis, treatment, and patient care. Review Rev Port Cardiol. 43(12):699-719