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Verbrauch A 16 Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel Mittel aus dem Bereich Ernährung und Stoffwechsel werden vor allem bei seltenen Stoffwechselerkrankungen eingesetzt. Die Ausgaben der GKV lagen 2023 bei rund 712 Mio. Euro, eine Zunahme um fünf Prozent gegenüber 2022.

Veröffentlicht am: 02.12.24

Created with Highcharts 4.1.4Chart context menuDownloadDefinierte Tagesdosen (Mio. DDD)Angaben zum Verbrauch für andere Mittel aus dem Bereich Ernährung und Stoffwechsel200520062007200820092010201120122013201420152016201720182019202020212022202300,511,522,53
Quelle: IGES-Berechnungen nach NVI (Insight Health), ab 2011 inkl. Zubereitungen
Teil-IndikationsgruppeVerbrauch in Tsd. DDD
20132014201520162017201820192020202120222023
Carnitinmangel597,0559,4563,0607,6607,7606,1594,4626,6612,4633,9612,6
M Wilson34,833,640,240,043,746,594,1179,0203,3227,4248,8
M Fabry134,7145,9169,9187,4201,4219,9243,1259,5247,3220,8227,0
Phenylketonurie48,660,662,967,573,482,791,4112,2135,7153,9175,9
M Gaucher Typ179,480,387,4100,9100,0102,0108,0116,6115,6119,5120,1
Morbus Pompe36,840,144,348,056,565,770,881,489,189,294,4
Andere Stoffwechselkrankheiten37,739,541,750,654,557,463,267,968,974,472,4
Tyrosinämie Typ 125,026,428,532,535,841,644,249,050,460,264,3
Hypophosphatasie0,00,00,97,024,635,243,452,753,756,962,6
Übrige Indikationsgruppen60,166,179,899,3113,4146,0176,9199,7230,1263,9293,0
Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel gesamt1.054,21.052,01.118,51.240,81.311,01.403,11.529,51.744,61.806,51.899,91.971,2

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Von den Anderen Mitteln für das alimentäre System und den Stoffwechsel wurden im Jahr 2023 1,97 Mio. DDD verbraucht. Die Arzneimittel dieser Indikationsgruppe gehören zu den sehr selten verordneten, und jedem GKV-Versicherten wurden 2023 im Mittel 0,03 DDD verordnet.

Der Verbrauch der Anderen Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel lag 2023 rund doppelt so hoch wie zu Beginn des Betrachtungszeitraums 2003. Der Zuwachs lag 2023 im Vergleich zum Vorjahr bei 71 Tsd. DDD bzw. 3,8 % und entspricht damit im betrachten Zeitraum einem üblichen Wachstum.

Die Indikationsgruppe zerfällt in sehr viele Teil-Indikationsgruppen, die nicht selten jeweils nur einen Wirkstoff umfassen. Rund 31 % des Verbrauchs entfielen 2023 auf die bei Carnitinmangel eingesetzten Arzneimittel. Hier zeigt der Zeitverlauf für die Vergangenheit jährliche Verbrauchsschwankungen, aber keine eindeutige Entwicklung. 2023 erreichte der Verbrauch – nach einem Anstieg 2022 – wieder das Niveau von 2021.

Teil-Indikationsgruppen mit ebenfalls hohen Verbrauchstanteilen sind die Mittel bei Morbus Wilson sowie Morbus Fabry. Der Verbrauch von Mitteln zur Behandlung des Morbus Wilson war 2023 rund siebenmal so hoch wie 2013 und ist in den letzten beiden Jahren jeweils um rund 10 % gestiegen. Dies ist allein darauf zurückzuführen, das seit 2018 auch in Deutschland der Wirkstoff Trientin verfügbar ist und das inzwischen einen Anteil von 84 % am Verbrauch der Teil-Indikationsgruppe hat. Für die Mittel zur Behandlung des Morbus Fabry ist der Verbrauch in der Vergangenheit bis 2020 stetig gestiegen und hat sich seitdem stabilisiert. Führend ist hier der Wirkstoff Agalsidase alfa zur Enzymsubstitution. Sein Verbrauchsanteil lag 2023 bei 44 % und ist insbesondere zugunsten des 2016 eingeführten Migalastat zurückgegangen.

Der seit Jahren zu beobachtende Verbrauchsanstieg in vielen der einzelnen Teil-Indikationsgruppen dürfte in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass mehr betroffene Patienten behandelt werden. Es ist sowohl möglich, dass bei mehr Patienten eine Diagnose gestellt wird, als auch, dass mehr Patienten einer Behandlung zugeführt werden können. Schließlich ist auch in Betracht zu ziehen, dass die Zahl der behandelbaren Patienten deshalb steigt, weil Patienten durch die Behandlung länger überleben.

Der Verbrauchsanstieg der Indikationsgruppe insgesamt ist auch durch die Einführung neuer Wirkstoffe bedingt, die häufig neue Therapieoptionen für seltene Erkrankungen darstellen, die bis dahin nicht medikamentös behandelt werden konnten. Substitutionseffekte spielen daher kaum eine Rolle.