Veröffentlicht am: 30.06.21
Der Arzneimittel-Atlas erscheint seit dem Jahr 2006 jährlich und liefert transparente und strukturierte Informationen über die Entwicklung der Arzneimittel-Verordnungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Der Arzneimittel-Atlas analysiert mehr als 90 Indikationsgruppen. Besonders dynamische Gruppen werden ausführlicher dargestellt. Diese sind für das Berichtsjahr 2024:
Antidiabetika (A10) · Andere Mittel für das alimentäre System (A16) · Antithrombotische Mittel (B01) · Mittel zur Behandlung der Hypertonie (C02-09) · Lipidsenker (C10) · Andere Dermatika (D11) · Antibiotika (J01) · Antivirale Mittel (J05) · Krebsmedikamente (Antineoplastische Mittel L01) · Endokrine Therapie (zytostatische Hormone L02) · Immunsuppressiva (L04) Ophthalmika (S01)
Der neue Arzneimittel-Atlas ist erschienen. Die Ausgabe 2025 ist die 10. Auflage und damit eine Jubiläumsausgabe. Sie untersucht wie immer den Arzneimittelmarkt innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Gezeigt wird das Verbrauchs-, Ausgaben- und Innovationsgeschehen für das Jahr 2024. Das Buch fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und dient als Schnelleinstieg in die online verfügbaren Daten. Anlässlich des Jubiläums geht ein Sonderkapitel der Frage nach, ob stetig steigende Arzneimittelpreise zu immer höheren Arzneimittelausgaben führen.
Der Arzneimittel-Atlas erscheint bei der Medizinisch Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft, Berlin, und kann hier als Buch bestellt werden: Bestellung "Der Arzneimittel-Atlas 2025 - Der Arzneimittelverbrauch in der GKV. Die wichtigsten Ergebnisse"
Sie können den Arzneimittel-Atlas 2024 auch als E-Book einsehen: "Der Arzneimittel-Atlas 2025 - Der Arzneimittelverbrauch in der GKV. Die wichtigsten Ergebnisse" als E-Book
Eine Langzeitanalyse mit Daten aus der 20-jährigen Geschichte des Arzneimittel-Atlas untersucht, warum steigende Arzneimittelpreise nicht automatisch zu höheren Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) führen, wie häufig angenommen und kritisiert wird. So wuchsen die Arzneimittelausgaben in den vergangenen 20 Jahren durchschnittlich um 4,1 Prozent pro Jahr, das ist weniger als die GKV-Gesamtausgaben mit 4,5 Prozent. Deutlich wird auch, dass die typischen Einstiegspreise neuer Arzneimittel zwischen 2014 und 2024 um mehr als Doppelte stiegen. Die damit behandelbaren Patientenzahlen (Median) gingen jedoch um rund 90 Prozent zurück. Theoretisch reduziert dies den Kostendruck auf die Kassen, da weniger Versicherte damit behandelt werden. Die Ausgaben steigen aber dennoch, weil insgesamt der Mehrverbrauch von Arzneimitteln durch neue und zusätzliche Therapieoptionen wuchs. Außerdem bleibt bei vielen dieser Arzneimittel beim Patentablauf der Preiswettbewerb durch Generika aus, weil es sich um Nischenmärkte mit kleinen Patientenzahlen handelt, die für weitere Hersteller wirtschaftlich schwierig sind..
Arzneimittel-Atlas 2025: Zusammenfassung des Sonderkapitels anlässlich der 20. Ausgabe: PDF herunterladen
Am stärksten hat die Verbrauchskomponente – vor allem von Krebs- und Immuntherapeutika– die Mehrausgaben im GKV-Arzneimittelmarkt beeinflusst und somit Therapiegebiete mit ungedecktem Bedarf betroffen. Diese Zunahme wurde durch eine Komponente abgefedert: So konnten Einsparungen durch eine verstärkte Verordnung (neuer) Generika und Biosimilars generiert werden. Die Preiskomponente, die üblicherweise Einsparungen erreicht, konnte im Jahr 2024 jedoch nicht wirken, da sie von dem Sondereffekt des wieder abgesenkten Herstellerabschlags überlagert wurde.
Zwischen dem 1. Januar 2011 und 31. Dezember 2024 wurden Nutzenbewertungsverfahren für 482 Wirkstoffe (definiert durch einen ATC-Kode) abgeschlossen. Für 450 dieser Wirkstoffe liegt mindestens ein Beschluss zum Zusatznutzen vor.
Insgesamt wurde für 279 Wirkstoffe (62 % von 450) mindestens einmal ein Zusatznutzen attestiert. Der höchste Anteil von Wirkstoffen mit mindestens einem Zusatznutzen fand sich bei den onkologischen Arzneimitteln